Projekt Rückkehr der Wiesenblumen: Bestandsaufnahme

Zugegeben habe ich heuer im Vergleich zum Vorjahr wieder mehr Bienen im Garten entdeckt, dennoch wird der Lebensraum für unsere kleinen Helferlein in der Natur immer kleiner. Zwar wohne ich am Land aber auch hier macht die Bodenversiegelung nicht halt. So mussten in meinem nähren Umfeld mehrere Äcker und Wiesen großen Wohnanlagen weichen, die pflanzentechnisch nicht besonders vielfältig ausgestattet sind. Diesem Rückgang der Diversität möchte ich zumindest in meinem Garten mit einem längerfristigen Projekt entgegenwirken.

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Zu unserem Garten gehört nicht nur der Obst- und Gemüsegarten, sondern auch eine ca. 150*40 Meter große Wiese. Diese ist an einen Bauern verpachtet, der sie 1-2 mal im Jahr mäht. Leider hat seit meiner Kindheit die Diversität in der Wiese stark abgenommen. Zunächst verschwanden die Margeriten, dann die Flockenblumen, die Kuckucknelken und jetzt auch fast alle Glockenblumen. Selbst der Löwenzahn und die Scharfgarbe sind in den letzten Jahren immer weniger geworden.

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Doch woran liegt das? Meine Vermutung ist folgende. Vor ca. 12 Jahren, hatten wir die Wiese an einen Bauern verpachtet, der leider drei Jahre in Folge Kunstdünger streute. Da die meisten Wiesenblumen jedoch eine magere Erde benötigen war dies eher kontraproduktiv. So hatten die Pflanzen einerseits zu viele Nährstoffe im Boden und andererseits wurden sie von den stärker wachsenden Gräsern überwuchert. Dadurch haben die Gräser in den letzten Jahren immer mehr die Überhand gewonnen.

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Bei meiner gestrigen Inspektion konnte ich lediglich noch drei Glockenblumen entdecken. Mit diesem Artenrückgang soll jetzt Schluss sein. Bei dem Projekt möchte ich Wiesenblumen wie Margeriten, Kuckucksnelken, Wiesensalbei oder Glockenblumen in Töpfchen nachziehen und dann gezielt an lichteren Stellen in der Wiese einpflanzen, von wo sie sich diese hoffentlich zurückerobern.

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7 Gedanken zu “Projekt Rückkehr der Wiesenblumen: Bestandsaufnahme

  1. Wir haben direkt an unser Grundstück angrenzend eine große Wiese, die nur 2 mal im Jahr gemäht wird. Eigentlich habe ich mich immer darüber geärgert, weil die ganzen Samen sich auch auf unserem Hof ausbreiten und sogar vor unserer Haustür der Löwenzahn dermaßen wuchert, dass wir es nicht mehr im Griff haben. Allerdings ist die Wiese voller Margeriten, Glockenblumen und noch vielen weiteren Blumen, die ich nichtmal benennen kann. Da kann ich mir ja richtig glücklich schätzen. Ich werde auf jeden Fall auch die Samen der Flockenblumen in meinem Garten aufsammeln und auf der Wiese weiter verteilen.

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  2. Hallihallo! 🙂

    Wir haben ein ganz ähnliches Projekt in Bad Gastein laufen: eine bienenfreundliche Blumenwiese – richtig kunterbunt! Ich wünsche dir viel Erfolg und finde es grandios, dass du das machst!

    Sonnige Grüße aus der Zweitheimat,
    Nana ❤

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  3. Das hört sich toll an! Eine ganze Wiese zur Verfügung zu haben – klingt traumhaft! Hoffentlich klappt das mit der Rückumwandlung. Kennst du den britischen Hummelforscher, Dave Goulson? Ich glaube in seinem 2. Buch beschreibt er, wie er auf einem vormals bäuerlichen Grundstück in Frankreich eine Wildblumenwiese anlegt. Dafür trägt er Erde ab und tut ich weiß nicht was alles. Das lag da schon 10 Jahre zurück und war immer noch in der Entwicklung. Höchst spannend. Kann man da nicht etwas tricksen? Kalken oder Sand einarbeiten? Hier sind auch viele Flächen den Baustellen zum Opfer gefallen. Auf der anderen Seite stelle ich immer wieder fest, sobald Sand und Zement und Bauschutt da sind, kommen auch die Wildblumen. Die dann leider wieder verschwinden, wenn die „Gärtner“ da waren. Ich drücke die Daumen für eine wunderbare Wildblumenwiese!! Liebe Grüße aus dem Norden, Almuth

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    • Hallo Almuth,
      Nein, den kenne ich noch nicht. Da muss ich einmal nachschauen. Ja am besten wäre es gewesen die oberste Schicht auf der Wiese abzutragen und eine Erdsandmischung darauf aufzubringen. Wäre aber dann doch zu teuer 😉 Vielleicht werd ich mal eine kleine Fläche mit Sand behandeln. Ja auf solchen Bauflächen findet man dann sehr oft Klatschmohn oder Kornblumen. Danke fürs Daumendrücken 🙂 Liebe Grüße, Florian

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      • Im Buch geht es nicht ausschließlich darum, aber er berichtet halt davon. Lesenswert sind die Bücher allemal, immer schön gewürzt mit britischem Humor 🙂 – Ja klar, daß wäre sicherlich zu teuer. Aber vielleicht mal hier und da ein bißchen Sand hinkippen 😉 Ich frage mich, wie lange diese Kunstdünger den Boden beeinflussen. Du wirst es erleben! Zum Glück war die Fläche jetzt nicht die letzten 30 Jahre in konventioneller Hand. Liebe Grüße, Almuth

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