gartenleidenschaft

"Medicus curat, natura sanat"


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Winter

Im Phänologischen Kalender sind wir nun endgültig im Winter angelangt. Kennzeichen hierfür sind, dass die Bäume ihr ganzes Laub abgeworfen haben und das Wintergetreide schon sichtbar wird. Im Garten ist jetzt Ruhe eingekehrt und es gibt kaum noch Arbeiten zu erledigen. Einzig das Pflanzen von neuen Bäumen, sollte solang der Boden noch nicht gefroren ist möglich sein. Leider hat mir hier jedoch meine Baumschule des Vertrauens einen Strich durch die Rechnung gemacht, da sie schon mit der Winterpause begonnen hat. Somit werden erst 2016 neue Apfelbäume in meinen Garten einziehen.

Jetzt heißt es die Projekte für das nächste Gartenjahr zu planen und da steht so einiges am Programm 🙂

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Der etwas andere Kaffee

Als ich vor ein paar Wochen durch den Wald spazierte packte mich wieder einmal das Sammelfieber. Neben ein paar jungen Bäumen, die ich bei mir daheim einsetzte, kam ich auch mit einem Sack voller Eicheln heim. Da ich in der Vergangenheit schon öfters davon gehört hatte, dass man früher in Notzeiten, wenn kein normaler Kaffee verfügbar war, Eichelkaffee als Ersatz nahm, hatte ich schon länger im Hinterkopf diesen einmal selbst herzustellen. P1110202Gesagt getan. Im Internet wurde ich relativ rasch bei den Rezepten fündig. Da sich diese bis auf ein paar Unterschiede ähnlich waren, beschloss ich eine Mixtur aus zwei Rezepten auszuprobieren. Das aufwendigste war dann gleich auch einmal das Schälen der Eicheln, da die Schalen zeitweise sehr widerspenstig waren. P1110206 Neben der Schale sind die Eicheln auch noch durch eine feine Haut geschützt, die fast noch schwerer zu entfernen war. Ich hab sie dann einfach mit einem Messer abgeschabt. P1110207Beim folgenden Arbeitsschritt unterschieden sich die Rezepte. Während die einen gleich mit dem Rösten begannen, empfahlen die Anderen ein 24 stündiges Wasserbad, das der Eichel etwas den herben Geschmack nehmen sollte. Ich entschied mich für Letzteres. P111020824 Stunden später ging es dann endlich ans Rösten. Zuvor wurden die Eicheln noch in kleine Stücke geschnitten. Das Rösten selbst erfolgt dann bei geringer Hitze mindestens eine 1/2 Stunde lang in einer Pfanne auf dem Ofen. Bei mir war es fast eine Stunde, da ich sie auf keinen Fall anbrennen lassen wollte. Schon nach wenigen Minuten breitete sich ein angenehmer irgendwie weihnachtlich riechender Duft in der Küche aus.P1110209P1110211Abschließende wurden die kleinen Eichelstücke mit Hilfe einer Mohnmühle zu einem feinen Pulver zermahlen, dass ich abermals 3-4 Minuten röstete.P1110212Beim Kaffee selbst wurde dann empfohlen 2 TL Pulver pro Tasse zu verwenden. Dabei soll das Pulver einige Minuten im Wasser aufkochen. Optional kann man den Kaffee auch mit etwas Zimt verfeinern. Nachdem sich das Abseihen mit einem Kaffeefilter als weniger geeignet herausstellte, nahm ich ein sehr feines Sieb. P1110247Resümee: Geschmacklich gewöhnungsbedürftig aber interessant. Am meisten Zeit verschlingt sicherlich das Schälen, aber ansonsten durchaus empfehlenswert. Ich bleib aber dennoch lieber beim Tee 😀

 


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Rom

Teil 1

Wie ich Euch bei meiner Abreise berichtet habe, bin ich mit einem höchst unguten Gefühl nach Rom gefahren. Dieses blieb auch bei der Ankunft am Bahnhof vorerst noch bestehen. Überall standen Polizisten und Soldaten. Unser Hotel lag nur 5 Minuten vom Bahnhof weg und trotz der Anreise im Nachtzug gewehrte uns unser Professor keine Pause, so dass wir nur unser Gepäck dort deponierten und sogleich mit der Stadtbesichtigung begannen. Die erste Station war, wie es sich für Althistoriker gehört, natürlich das Forum Romanum. Auch heute ist es noch überwältigend. Da mag man sich kaum vorstellen wie es einem erst ergehen würde, wenn die Gebäude noch in ihrem ursprünglichen Zustand vorhanden wären. Circa 7 Stunden verbrachten wir dort und in der Umgebung. Besichtigt wurden unter anderem neben dem Forum, der Palatin, die älteste Stelle der Besiedelung Roms, der Circus Maximus, das Kapitol und die Trajansäule, um nur die bekanntesten Punkte zu nennen. Als letzter Programmpunkt stand dann noch die Diokletianstherme auf dem Programm.

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Am zweiten Tag standen insgesamt 25km Fußmarsch am Programm. Unser erste größerer Halt war die Caracallatherme. Der Besuch der Therme war für die Römer sehr wichtig und für alle Schichten zugänglich. Als erster durften die Frauen ab 12 Uhr die Thermen aufsuchen. Danach folgten die Männer. Dabei wurde das Wasser nicht gewechselt, so dass es bei einer Wassertemperatur von 35°C im Warmwasserbecken durchaus zu hygienischen Problemen kommen konnte. Man beachte, dass bei der enormen Raumhöhe alles tagtäglich geheizt werden musste. An den Prunk des Ursprungszustandes erinnern noch vereinzelt Bruchstücke der damaligen Mosaiken.

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Versuch einer Rekonstruktion

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Weiter ging es dann durch ein Stadttor der Aurelianischen Stadtmauer zu den Callixtus Katakomben, die zu den frühesten christlichen Gemeinschaftskatakomben zählen. Die Gänge die sich auf mehreren Ebenen bis zu 20 Meter unter der Erde befinden weisen eine Länge von über 20km auf. Leider war das Fotografieren nicht erlaubt. Von dort ging es dann weiter auf der Via Appia zum Circus des Maxentius. Letzterer ist bekannt durch seine Niederlage gegen Konstantin den Großen bei der Schlacht an der Milvischen Brücke. An einigen erhaltenen Wandmalerein konnte man sehen, welche Sportveranstaltungen hier früher statt fanden.

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Danach folgten wir der Via Appia weiter stadtauswärts. An einigen Stellen kann man noch heute auf der originalen antiken Pflasterung laufen. Da hier nur noch wenige moderne Bauten zu finden sind, kann man sich hier gut in die Vergangenheit zurückversetzen. Laut unserem Professor ein wahrer „Genussmarsch“.P1110432

Unser letzter Halt an der Via Appia war die Villa der Quintilli, ein antikes Landgut außerhalb der Stadt. Auch hier wurden wir von der enormen Größe des Anwesens beeindruckt. Hie nutzte ich auch die Gelegenheit einige reife Oliven zu pflücken und mitheimzunehmen. Aber dazu wird es noch einen Extrabeitrag geben.

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Als Schlusspunkt des Tages stand ein Besuch des Palazzo Massimo auf den Programm, der ein Museum beinhaltet. collage 5

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Für heute lasse ich es nun gut sein. Die Tage 3-5 werden dann im Laufe der nächsten Woche einmal folgen.


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Chilis Einlegen

Wie ich Euch schon berichtet habe, warf das Abernten des Glashauses nochmals reichlich Chilis ab. Diese werden bei mir, sofern sie nicht gleich verkocht oder gegessen werden, eingelegt. Hierfür gebe ich die klein geschnittenen Chilis mit einigen Knoblauchstücken und Thymianzweigen in Gläser und befülle sie anschließend mit Balsamico. Früher hab ich immer auch einen kleinen Teil Olivenöl dazugegeben. Gekocht werden bei mir die Chilis nicht, da sie dadurch ihre Knackigkeit verlieren würden. Zur Desinfektion werden die Gläser vor dem Befüllen für 10 Minuten bei 200°C Heißluft in den Ofen gegeben.

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Ich bin dann einmal weg

Die „Ewige Stadt“ ruft, auch wenn ich nach den Vorkommnisen der letzten Tage mit einem unguten Gefühl fahre. Daher werde ich in der kommenden Woche leider nicht online sein können. Danke der Planungsfunktion müssten aber dennoch zwei Artikel erscheinen. Ich wünsche Euch eine schöne Woche und freue mich nächste Woche wieder etwas von euch lesen zu können. 🙂

Ps: Macht es wie unser „Dreimäderlhaus und genießt die letzten Sonnenstrahlen 🙂

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Ende der Gemüsegartensaison

So, irgendwann muss alles einmal zu Ende gehen, auch das Gartenjahr 2015. Als letzter Punkt stand heute das Abernten und Putzen des Glashauses am Programm. Neben einigen Cocktailtomaten gab es auch noch zwei ganze Teller Chilis. Zwar hätte es bei den aktuellen Temperaturen sicher noch 1-2 Wochen weitere Tomaten gegeben, aber Mitte November habe ich ehrlich gesagt, nicht wirklich mehr einen Guster darauf. Somit ist der Garten bereit für den Winter. Die Beete wurden mit Gründünger oder einer Mulchschicht für den Frühling vorbereitet und im Hochbeet wartet das Wintergemüse auf die Ernte.

Was mit den letzten Chilis passiert ist erfahrt ihr am Donnerstag 🙂

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Essen wie die Alten Römer

Mittelalter-, Römer- und auch Keltenmärkte scheinen in letzter Zeit zu boomen. Dass dabei häufig Dinge verkauft werden, die in Wirklichkeit sehr wenig mit dem Mittelalter oder der Antike zu tun hatten ist die Regel. So etwa auch beim Essen. Auf Römermärkten sind etwa Süßspeisen sehr beliebt. Fragt man dann nach mit was gesüßt wurde, bekommt oft die Antwort Zucker. Spätestens jetzt sollten die Alarmglocken klingeln. Zwar wird in römischen Quellen ein Volk im Osten erwähnt, dass den „Honig aus rohrartigen Pflanzen gewann“, Zucker hat es deshalb aber noch lang nicht gegeben.

Im Zuge einer gastrosophischen Ringvorlesung durfte ich vor Kurzem einen sehr interessanten Vortrag über die wahren Essgewohnheiten der Römer hören. Diese dürften für unseren heutigen Geschmackssinn ziemlich seltsam sein, denn die römische Küche scheute keine Kontraste. So waren Kombinationen, wie süß-sauer, süß-schaft oder süß-bitter ganz normal. Eine Speise galt oft dann erst als gelungen, wenn man etwa den ursprünglichen Geschmack des Fleisches nicht mehr schmeckte. Heutzutage sind noch rund 1000 Rezepte aus jener Zeit erhalten. Leider geben diese aber meist nur die Zutaten wieder und nicht die Dosierungen. Heutzutage wird uns oft das Bild maßloser, „kulinarische Orgien“ veranstaltender Römer vermittelt. Tatsächlich dürften es aber auch nicht mehr „Orgien“ als heute gegeben haben. Die ärmeren Bevölkerungsschichten haben sich hauptsächlich von einer grünen und kalten Küche ernährt haben. Brot, Wein und Rettich galt als Speise der Armen. In den gehobenen Schichten wurde natürlich aufwendiger gekocht. Der Ruf der Maßlosigkeit basiert wahrscheinlich durchaus auch darauf, dass sie für exotische Tiere wie Papagei, Flamingo oder Siebenschläfer verspeisten. Aber auch die Genuß- und Körperfeindlichkeit des frühen Christentum dürfte dazu beigetragen haben. Da die römische Statthalter in den nördlichen Provinzen keinesfalls auf ihr gewohntes Essen verzichten wollten, wurden mediterrane Waren wie Wein, Olivenöl, Austern, usw. in den Norden exportiert. Dadurch wurde natürlich auch die dortige regionale Küche beeinflusst.

Kommen wir nun zu dem Kapitel, dass mich am meisten interessiert hat, das der Kräuter und der Gemüsen. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Römer sehr gerne würzten. Wobei man beachten muss, dass ihnen kein Zucker zur Verfügung stand und Salz auch mehr zur Konservierung als zum Würzen verwendet wurde. Als Süßungsmittel dienten damals Honig, Früchte wie Feigen, Rosinen oder Fruchtweine. Als Salzersatz wurde „Garum“ verwendet, dass sich den meisten von Euch noch aus dem Geschichts- oder Lateinunterricht bekannt ist. Die von mir oben erwähnten 1000 Rezepte wurde inzwischen hinsichtlich ihre Zutaten untersucht und bei den am Häufigsten verwendeten Lebensmittel stehen nicht etwa Gewürze wie Basilikum oder Thymian, wie man es für Italien vermuten würde auf Platz 1, sondern der Pfeffer, der schon damals aus Indien importiert werden musste. Danach folgen Garum, Wein, Öl, Honig, Essig, Liebstöckl, Kreuzkümmel, Raute, Zwiebel, Minze und schließlich Oregano, denn man sicher auch weiter vorne vermutet hätte. Oftmals hatten die Römer auch eigens zubereitete Gewürzmischungen, die man heute nicht mehr rekonstruieren kann. Wirft man den Blick auf das Gemüse, so würde unser Italienurlaub, wenn nur die damaligen zur Verfügungen stünden, ganz anders ausschauen. Keine Tomaten, Paprika, Pfefferoni, Auberginen, Mais, Reis, Vanille, Kaffeebohnen oder Kakaobohnen. Sehr beliebt bei den Römern war Wurzelgemüse, wie Rettich, Pastinaken oder Rüben. Von Kaiser Tiberius etwa weiß man, dass die Zuckerwurz sein Lieblingsgemüse war. Insgesamt dürfte es eine hohe zweistellige Zahl an fast vergessenen Gemüsen geben, die heute kaum noch kultiviert werden. Und genau hier werde ich ansetzen. Da mich dieses Thema sehr interessiert hat, werde ich mich in nächster Zeit nicht nur wissenschaftlich mit dieser Thematik auseinandersetzen, sondern auch im Garten mancher dieser Gemüsesorten anbauen 😀

Abschließend bekamen wir vom Professor noch zwei Rezepte, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten will.

Garum

Zutaten: 350 g Sardinen, 1,5 l Wasser, 400g Salz, 1 EL Oregano

Zubereitung: Alle Zutaten in einen Topf geben und so lange Kochen lassen, bis das Gemisch etwas einzudicken beginnt. Dann abseihen (am Besten durch ein Tuch). Die Flüssigkeit ist dann das Garum. Die Rückstände wurden in der Antike als „Allec“ bezeichnet und wenn überhaupt nur den Sklaven gegeben.

„Römischer Kuchen“

Zutaten: 160g Weizenmehl, 810 g Hartkäse gerieben, Honig, 1Ei, Mohn

Zubereitung: Mehl, Käse, Ei und 3EL Honig gut miteinander vermischen und daraus einen Laib formen. Diesen dann auf ein Blech mit Backpapier geben und bei 150°C (Umluftofen) eine Stunde backen. Ca. 5 Minuten bevor die Stunde erreicht wird den Laib kurz herausnehmen, mit Honig bestreichen und Mohn darüber streuen und dann nochmals kurz ins Rohr geben. Wenn möglich sollte der „Kuchen“ warm gegessen werden.

Der Kuchen selbst soll laut dem Professor, sobald man sich an den anderen Geschmack gewöhnt hat, gar nicht so schlecht sein. Mir ist das ganze dann doch etwas zu käsig um es nachzukochen 🙂

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